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Gouldamadinen-Projekt

  Foto: savethegouldian.net

 Save the Gouldian Fund - Jahresreport 

Jeder weiß, die ersten zwölf Monate sind die schwersten für jedes Unternehmen, daher denke ich, wir machen hier etwas richtiges. Am Anfang gab es viele Spekulationen darüber, ob wir überhaupt ein Interesse unter der Gemeinschaft der Vogelhalter wecken könnten und viele glaubten das sei ein hoffnungsloser Fall.

Nun, ich bin froh Ihnen bekanntgeben zu können, dass mitlerweile über 30 Vereine und Verbände ihr Gewicht hinter die Rettung der Gouldamadine gestellt haben.

Von großen Verbänden wie der Queensland Finch Society, der Avicultural Society of Australia und der AZ aus Deutschland, bis hin zu den kleinen Vereinen wie der aus Gulgong und der Nordwest Tasmanische Bird Club. Sie alle sahen die Notwendigkeit einem alten Bekannten in einer Notlage zu helfen. Viele haben Verlosungen oder Auktionen gestartet und keine Zeit und Mühen gescheut Spenden zu sammeln, um uns weiter voran zu bringen. Ebenso gab es auch eine Vielzahl an Einzelpersonen die für den Fund gespendet haben.

Solche wie z.B.: Ray und Wendy Lowe und Peter Phippen haben sehr großzügig gespendet und wir wollen uns öffentlich bei allen Spendern, auch denen aus Übersee (Europa/Deutschland) für ihre anhaltende Unterstützung bedanken.

Mehrmals wurden wir von Personen angesprochen, dass sie wünschten doch etwas mehr Spenden zu können aber das es ihnen zur Zeit durch gewisse Umstände einfach nicht möglich ist. Für uns aber, ist das ein "Wahres Zeichen" das Verlangen der Vogelliebhaber, ein Teil dieses Schutzprojektes zu sein und wir sind sehr dankbar über jede auch noch so geringe Spende. Unser Dank gilt auch der Canberra Finch Society und John Morrison, die uns wiederholt unterstützt haben, um unseren Erfolg dadurch sicherzustellen. Wir hoffen, dass es andere ihnen gleichtun. Nun, wenn Sie einmal die Website des Save the Gouldian Fund besuchten, haben Sie bestimmt die ständig zunehmende Zahl der Überseespender bemerkt und das unsere Artikel die Sprachbarrieren überschreiten.

Dies ist auch den großen Bemühungen von Peter Rindom aus Dänemark und Joerg Landenberger aus Deutschland zu verdanken, die die Notlage der Gouldamadine in der ganzen Welt bekannt machen und versuchen ein Netzwerk in vielen Ländern zu etablieren und so, möglichst viele Vogelmagazine mit Berichten zu versorgen, um dadurch die Vogelhalter über Neuigkeiten zu Informieren. Viel ist bereits über die Bemühungen der "Hunter Valley Branch" von der Finch Society von Australien gesagt worden, und John Butler, der als "General" seine Truppe von freiwilligen Helfern fest im Griff hat.

Sie veranstalteten zwei mal einen Tag der offenen Tür auf dem Gouldamadinen-Forschungszentrum in New South Wales (in der Nähe von Sydney) auf Mike Fidlers Anwesen. Dafür müssen wir uns ebenfalls bedanken.

Ich hoffe sehr, dass ich alle unsere Unterstützer gebührend erwähnd habe. Seid versichert, dass Eure ermunternden Worte, es erst ermöglicht haben, diese erheblichen Anstrengungen zu bewältigen, die solch eine Unternehmung erfordert.

All denen, die skeptisch sind sage ich, dass ich noch härter arbeiten werde, um Euch gar keine andere Chance zu lassen, als sich uns anzuschließen. Mike sagt ohnehin immer, ich hätte viel zu viel Freizeit! Um all den Vereinen zu helfen, die uns unterstützt haben, haben wir eine PowerPoint-Präsentation erstellt, welche einen Einblick in das Kimberley-Gebiet gewähren und unsere Schwierigkeiten bei der Betreuung der wilden Gouldamadine dokumentieren. Am besten gebe ich Euch eine kurze Zusammenfassung, was wir gerade geschafft haben.

1) Wir haben für ein halbes Gehalt eines Vollzeit-Forschers gesorgt, der Dr. Sarah Legge vom AWC in ihrer Arbeit unterstützt. Als hauptverantwortliche Wissenschaftsleiterin für die Mornington-Forschungsstation des AWC`s hat Sarah alle Hände voll zu tun, demnach gäbe es keine bessere Möglichkeit sicherzustellen, dass die Gouldamadinenforschung ungehintert weitergeht!

2) Mit der Unterstützung Garys von Argo ATV und Autosmart Australia, haben wir dem Gouldamadinen-Forschungsteam ein achträdiges (Argo 8) Allrad Geländefahrzeug zur Verfügung gestellt, sodass diese auch während der Regenzeit durch die gefluteten Flußbetten in die entlegensten Gebiete kommen.

3) Wir sind der Bitte von Dr. Sarah Pryke von der Universität der NSW nachgekommen und haben der neugegründeten Gouldamadinen-Untersuchungsstation in Wyndham einen Allradgetriebenen Toyota Hilux gespendet. Die Stiftung hat die Entwicklung dieser Forschungsstätte von Beginn an verfolgt, weshalb wir sicher noch eine Menge von dort hören werden. Verlasst Euch drauf!

Weshalb diese Forschungsstätte Notwendig ist?

Nun, hier unten in Tassy gibt es ein Sprchwort, wonach zwei Köpfe immer besser sind als einer. Aber darüber hinaus wird es den Gouldamadinen selbst zu Gute kommen! Die Bemühungen in Wyndham zielen vor allem darauf ab, mehr über das Brutverhalten der Gouldamadinen zu erfahren. Wyndham erlaubt es den Forschern, verschiedene Populationen zu untersuchen und die Forschungsergebnisse mit denen von Mornington zu vergleichen. Bald schon gibt es weitere Neuigkeiten über das Wyndham-Projekt und die miteinbeziehung einer eingeborenen Gemeinschaft.

Bis bald

Marcus Pollard

Artikel von: Marcus Pollard, Australien

Fotos von: Mike Fidler, Australien

Bearbeitet von: Peter Rindom, Dänemark

Übersetzt von: Joerg Landenberger, Deutschland

Alle Rechte vorbehalten.

Der "Save the Gouldian Fund" zur Rettung der Gouldamadine

Die riesigen Schwärme der Gouldamadine, die John Gilbert beschrieb, der als Sammler für den Naturforscher John Gould tätig war, gehören einer längst vergangenen Zeit an. Der Bestand der freilebenden Gouldamadine, ist so stark zusammengeschmolzen, dass diese wunderbaren Prachtfinken in weiten Teilen ihres ehemaligen Verbreitungsgebiets ausgestorben sind. Weniger als 2.500 Gouldamadinen leben noch in ihren natürlichen Lebensräumen!

Weniger als 2.500 - wenn Sie diese Zahl erschüttert, dann zeigen wir hier eine Möglichkeit auf, dieser schockierenden Feststellung entgegenzuwirken. Weniger als 2.500 - diese Zahl war der Auslöser zur Gründung einer Stiftung zum Schutz der Gouldamadine. Es beunruhigte uns zutiefst, dass eines der schönsten Vogeljuwelen der Welt, so kurz vor dem totalen Aussterben in der freien Natur steht.

Die Gouldamadine ist weltweit einer der meistgeschätzten und begehrtesten Prachtfinken, von der Jahr zu Jahr neue Mutationen gezüchtet werden. Es ist eine Vogelart die beide vereint: die Freunde der Wildform einerseits und die Mutationsliebhaber andererseits, für die die Gouldamadine eine Herausvorderung darstellt und das Potential für eine "neue" Vielfalt bereithält.

Wie kann also es sein, dass ein so weitverbreiteter Volierenvogel in seinem natürlichen Lebensraum" so nah am Abgrund steht"? Doch wichtiger noch sollte die Frage sein:

Foto: Fitzroy Bluff, natürlicher Lebensraum im Wildlife Sanctuary

"Was können Sie tun, um zu helfen"?

Sicher werden Sie wissenwollen, wer hinter dem "Save the Gouldian Fund" (Stiftung zur Rettung der Gouldamadine) steht. Die Köpfe hinter dieser Spendenaktion zur Wiederansiedelung der Gouldamadine sind Mike und Elisabeth Fidler sowie meine Person, Marcus Pollard, ein Vogelzüchter aus Tasmanien. Mike beschloss, eine Gesellschaft ins Leben zu rufen, die Geld für die gesamte Bandbreite der Gouldamadinen-Schutzprojekte sammelt und die Last der Verantwortung für die Rettung der Art mit den Vogelzüchtern weltweit teilt.

Mike Fidler ist sicher manchen von Ihnen bekannt. Er kommt aus England und lebt nun in Australien. Seit seiner Kindheit züchtet er Vögel und hat Bücher über Gould- und Papageiamadinen geschrieben. Seit 1985 bereits, sucht er die abgelegensten Gebiete in Westaustralien auf und hat damals dort seine erste und bis heute einzige, junge Gouldamadine im natürlichen Lebensraum erblickt und war total begeistert.

Während der 1990er Jahre wurden Mike und Elisabeth Fidler Mitglieder des englischen Newcastle Universitäts-Forschungsteams, führten Bestandsaufnahmen durch und kartierten zahlreiche der "Hot spot-Gebite" der Gouldamadinen in der gesamten Kimberley-Region Australiens. So untersuchten sie 2002 auch das Mornington-Naturschutzgebiet, die ehemalige Mornington-Station, früher eine große Rinderfarm, und hier fanden sie eine relativ intakte Population der Gouldamadine.

Im Jahr 2003 beschlossen Mike und Elisabeth Fidler, innerhalb des "Australia Wildlife Conservancies" (AWC, Australische Naturschutzorganisation) ein Wiederansiedelungsprogramm für Gouldamadinen zu finanzieren. Die Biologen Dr. Sarah Legge und Steve Murphy wurden eingestellt, um das Forschungsprogramm zu leiten. Dieses Projekt wurde innerhalb der Stiftung eingerichtet und gibt den Vogelzüchtern weltweit die Chance, sich an der Rettung eines beliebten Symbols der Vogelliebhaberei zu beteiligen.

Das 312.000 Hektar große Mornington-Naturschutzgebiet im weiten Nordwesten von Westaustralien wurde von der Australischen Naturschutzorganisation (AWC) erworben. Die AWC besitzt Land in vielen Bundesstaaten Australiens und ist heute die größte privat finanzierte Erhaltungsorganisation des Landes.

Die Biologen haben noch nicht vollständig herausgefunden, warum diese in der Haltung so beliebte Vogelart so stark abgenommen hat. Sie vermuten allerdings, dass die Ursache eher im unkontrollierten Feuerlegen und in der Rinderhaltung liegt, als irgendeine andere in der Vergangenheit geäußerte Theorie. Zukünftige Forschungen sollen dies untersuchen und den Schwerpunkt auf ein umweltverträglicheres Anlegen von Bränden, insbesondere während der Brutzeit der Gouldamadinen, legen.

Während einer feuchtheißen Woche im September 2005 wurde in Mornington die Stiftung "Save the Gouldian Fund" gegründet, um sicherzustellen, dass alle Untersuchungen an der Gouldamadine unterstützt werden können. Die Stiftung bezweckt , dass der Großteil der Spenden den Forschern direkt zukommt und nicht in der Verwaltung verschwindet.

Lebensraum aus der Vogelperspektive 

Mount Brannan, Lebensraum

Wir hoffen, dass diese wenigen Zeilen Vogelliebhaber weltweit ansprechen und das Sie uns helfen, damit unsere Stiftung bedeutender Unterstützer der Maßnahmen zur Rettung von Erythrura gouldiae wird. Oder einfacher gesagt: ohne Sie, bleiben unsere Hoffnungen vergeblich! Vielleicht sollten hier einige Worte des Mannes folgen, der das Projekt "Save the Gouldian Fund" ins Leben rief:

"Ich fühle mich verpflichtet, die Gouldamadinen zu schützen. Ich habe mein halbes Leben damit verbracht, sie zu studieren und etwas über sie zu lernen. Wenn ich nun sehen muss, wie die Gouldamadinen in ihren natürlichen Lebensräumen aussterben, ist das sehr tragisch. Wir wollen die Gouldamadinen erhalten, beschützen - das bedeutet, dass wir den Rückgang stoppen müssen." Mike Fidler

Mornington

Gouldamadine an der Wasserstelle

Bedenkt man einmal, welche Bedeutung die Art in der Vogelliebhaberei hat, ist es dann nicht geradezu zynisch, wenn dieser großartige Vogel für immer aus seiner Heimat verschwinden würde? Die Gründe für seinen Rückgang sind letztlich noch immer unklar, doch können mit Ihrer Hilfe die Stiftung "Save the Gouldian Fund" und die Australische Naturschutzorganisation danach suchen. Sie können einem Spezialistenteam von Wissenschaftlern dabei helfen, das Puzzle zu vervollständigen. Die Forschungsarbeit des Teams gründet auf Erfahrungen sowohl aus der Haltung als auch aus dem natürlichen Lebensraum.

Unser Ziel ist nicht nur die völlige Aufdeckung der Gründe des dramatischen Rückgangs, sondern wir wollen auch den Trend umkehren und langfristig den früheren Bestand der Gouldamadine wiederherstellen. Im Mornington-Naturschutzgebiet existiert eines der letzten Brutvorkommen der Gouldamadine. Die dort bereits begonnenen Feldstudien werden konsequent durchgeführt. Das einzige Problem mit ökologischen Studien dieser Größenordnung in solch abgelegenen Bereichen ist jedoch, dass sie sehr kostspieleig sind. Wir benötigen Ihre Hilfe bei der Mittelbeschaffung, wenn wir dieses Projekt mit Erfolg fortführen und die noch vorhandenen Restvorkommen der Gouldamadine schützen wollen. Werden Sie ein Spender, ermutigen Sie Ihre Freunde und Bekannten und setzen Sie sich innerhalb Ihrer Vogelliebhabervereinigung dafür ein, dass sie ebenfalls aktiv in die Projekte einbezogen werden. Wir befinden uns auf einem langen Weg. Kann die Gouldamadine auch auf Ihre Unterstützung zählen?

Gouldamadinen-Hahn in der Baumkrone

Warum sollten Vogelliebhaber Spenden?

  • Die Forschung deckt faszinierende Tatsachen auf, die den Vogelzüchtern helfen, die Haltung und Zucht von Gouldamadinen und anderen Vögeln zu verbessern. Beispielsweise arbeiten Wissenschaftler zur Zeit an der Ernährung und sie werden schließlich in der Lage sein, uns genau zu erklären, welche Nahrung die Gouldamadine während der unterschiedlichen Phasen ihres Lebenszyklus benötigt. Die meisten Informationen, die wir zur Zeit über die Vogelernährung haben, stammen aus der Geflügelhaltung und -zucht und sind hier kaum hilfreich.
  • Alle Spender erhalten ein vierteljährlich erscheinendes Mitteilungsblatt, das Sie mit aktuellen Fortschritten über die wissenschaftliche Arbeit auf dem Laufenden hält und auch nützlich für Ihre Vogelhaltung sein kann.
  • Die Vogelliebhaberei hat keinen von vornherein guten Ruf bei den Naturschutzbehörden und in der Öffentlichkeit. Die Gouldamadine ist ein Symbolvogel, der ein wachsendes Interesse in der Öffentlichkeit hat. Wäre es nicht gut, wenn die Vogelzüchter als Retter einer Art gesehen werden, anstatt in den Ruf von Eierschmugglern und Vogelfängern zu gelangen?
  • Zeigen Sie den verschiedenen Tierschutzorganisationen, für die unser Hobby nur Zielscheibe ist und die uns verhöhnen, dass wir auch "Geber" sein können und nicht nur "Nehmer" sind, so wie wir von ihnen in den Medien dargestellt werden.
  • Sie bekommen die Möglichkeit, aktiv in ein wissenschaftliches Naturschutz- und Aufklärungsprogramm mit einbezogen zu werden, von der die Gouldamadine als letztendlicher Gewinner, profitiert. 
  • Alle Geldspenden für den "Save the Gouldian Fund" werden direkt an das "Gouldamadinen-Projekt" weitergeleitet.

Vermessen einer wilden Gouldamadine

Von den bereits laufenden Untersuchungen an der Gouldamadine haben wir viele nützliche Informationen über das Verhalten und die Ernährung erhalten und können diese auf die Vogelzucht übertragen. Bitte denken Sie an die Möglichkeiten in der Zukunft: wenn wir diese Aufgabe erfolgreich beenden können, dann werden wir auch in Zukunft als Sponsoren für andere für die Vogelhaltung wichtigen Projekte tätig werden können.

Es ist ein Grund zur Sorge, wenn man zusehen muss, wie eine Art von der Erde verschwindet. Es ist ein Grund zur Besorgnis, und umso mehr, wenn es sich um eine Art wie die Goudamadine handelt, die uns zu vielen Büchern inspiriert und mehreren Generationen von Vogelzüchtern so viel Freude gebracht hat - von jenen, die von ihrer Schönheit fasziniert sind, bis zu jenen, die die Geheimnisse der Vogelgenetik lüften möchten.

Die Gouldamadinen-Forschungsstation und der "Save the Gouldian Fund"

 

Wenn Sie die Entstehung des "Save the Gouldian Fund" im wunderschönen AWC's Mornington Wildlife Schutzgebiet seit seiner Gründung verfolgt haben, dann interessiert Sie sicherlich die Arbeit des häufig erwähnten Gouldamadinen-Forschungszentrums in New South Wales (in der Nähe von Sydney).

Ein kluger Mann sagte diesbezüglich einmal:

"Wenn man die wildlebende Gouldamadine schützen will, muss man soviel wie möglich über Sie in Erfahrung brigen".

Dies ist ein Versuch, eben das zu realisieren.

Eingebettet in die wunderschönen Berge von Coorangbong in New South Wales, wo der Ruf des Glockenvogels erklingt, liegt das "Zuhause" des "Gouldian Fund" -Gründers und bekennenden Gouldamadinen-Liebhabers, Mike Fidler.

Seit Mike und Elisabeth sich vor ungefähr vier Jahren entschlossen haben, Australien zu ihrer neuen Heimat zu machen, haben sie eine Reihe von Vogelhäusern und Volieren gebaut, wie sie in Australien bis dato unbekannt waren. Wie der Zufall es wollte - zumindest was die Gouldamadinen betraf - schlug der Präsident der "Finch Society" Australiens, Doug Hill vor, dass Mike vielleicht Dr. Sarah Pryke von der Universität von New South Wales in Sydney treffen sollte. Dieses Treffen zweier Gleichgesinnter veranlasste Mike zur Gründung einer Basis für die Gouldamadinen-Forschung, sowohl von Sarah als auch der Universität, auf seinem Anwesen. Auch wenn in vielen Fachzeitschriften über Mikes eigene Volierenanlagen geschrieben wurde, ist doch nur sehr wenig über den aktuellen Forschungskomplex bekannt. Unser Anliegen ist es, dies zu ändern. 

Gouldamadinen-Forschungsstation

Das Erste der beiden Forschungsgebäude misst 9 x 11 Meter und ist in fünf Flüge unterteilt. Jede Voliere ist 6 Meter lang, 2 Meter breit und hat eine höhe von 1,75 Metern im vorderen und 3 Metern im hinteren Bereich. Einer der Gründe für die Schräge des Daches ist es, Experimente zum Dominanzverhalten der Vögel zu erleichtern, da die dominanteren Exemplare dazu tendieren, die höchsten Punkte in der Voliere in Beschlag zu nehmen. Jeder Flug hat eine Vielzahl von Sitzstangen und Nistkästen die - an der Vertikalen ausgerichtet - ansteigend ausgerichtet sind. Auch dies dient dazu, das Dominanzverhalten besser beurteilen zu können.

Die wichtigsten Ergebnisse von Dr. Prykes Forschung über Dominanz und Hierarchie bei den drei Kopffarben der Gouldamadinen, finden sich im Internet unter: www.savethegouldian.org/science/reds.htm. Es handelt sich hierbei um die ersten wissenschaftlichen Arbeiten, die in der Forschungsstation abgeschlossen wurden.

Voliere mit Infrarotlampe

Jede Voliere verfügt über eine 100 Watt-Infrarotlampe, an der Decke, die etwa 35 cm vom Boden entfernt ist. Diese Idee stammt von Eelco Meyjes aus Südafrika. Es versorgt die gerade erst flügge gewordenen Jungen mit Wärme und ist eine Wohltat für jeden kranken Vogel in der Voliere. An kalten Morgen gibt es keinen schöneren Anblick, als den Großteil der Vögel, die sich unter der Lampe für die Aktivitäten des Tages aufwärmen.

Dieser Abschnitt der Anlage wird zur ständigen Verhaltensforschung an der Gouldamadine genutzt. Dies betrifft eine Reihe von Fragen: sind rotköpfige oder schwarzköpfige Tiere die besseren Eltern? Warum dominieren rotköpfige die anderen Tiere? Und sind rotköpfige erfolgreicher, wenn sie in Gruppen mit anderen rotköpfigen gehalten werden oder sollte man Sie mit schwarz- und gelbköpfigen mischen? Werden Gouldamadinen dabei von der Kopffarbe ihrer Eltern beeinflusst?

Dr. Sarah Pryke

Diese Experimente bezeichnet Dr. Pryke als "Wissenschaft in Reinform", da es hier um die Frage geht, warum Gouldamadinen mit verschieden gefärbten Köpfen in freier Wildbahn gemeinsam vorkommen. Ohne zu sehr auf die wissenschaftliche Seite einzugehen, will ich Ihnen kurz erläutern, wie dies alles vonstatten geht:

Jeder an der Studie beteiligte Vogel verfügt über einen speziellen Transponder mit einem individuellen Code an seinem Ring, der eine Identifikation innerhalb des Schwarms ermöglicht. Während der Brutzeit wird an jedem Nistkasten eine Antenne und eine Leuchtdiode angebracht, mit deren Hilfe ermittelt werden kann, welche Vögel den Nistkasten betreten oder verlassen. Auch die Aufenthaltsdauer der Tiere ist bestimmbar.

Der Transponder verrät also Wer und die Leuchtdiode verrät wie oft ein Vogel das Nest aufsucht. Diese Untersuchungsmethode liefert uns Informationen über die Nistgewohnheiten der unterschiedlichen Kopffarben. Sowohl der Transponder als auch die Antenne werden darüber hinaus genutzt, um das Schwarmverhalten zu untersuchen. So wird beispielsweise die genaue Position jedes mit einem Transponder versehenen Vogels, auf jedem Ast in der Voliere aufgezeichnet. Die gesammelten Informationen liefern uns detaillierte Informationen über Veränderungen des Dominanzverhaltens im Schwarm und wie es sich während des Jährlichen Lebenszyklus des Vogels verändert.

Zuchtraum

Der zweite Abschnitt der Anlage misst 9,8 x 5,5 Meter und ist in zwei Räume mit mehreren Käfigen unterteilt. Ein weiterer Raum mit den Maßen 2,5 x 3,0 Meter dient als Labor. Für Vogelzüchter ist die Forschungsarbeit in diesem zweiten Abschnitt der Anlage wahrscheinlich besonders interessant. Denn hier findet die ernährungswissenschaftliche Arbeit statt, deren Ziel die Entwicklung einer am Lebenszyklus der Gouldamadine orientierten Fütterung ist.

Dr. Prykes Ziel ist die Entwicklung eines preiswerten und leicht erhältlichen Futters, das auf den besten handelsüblichen Sämereien basiert. Der Nutzen dieser Untersuchungen für uns Prachtfinkenzüchter liegt nahe, da Dr. Prykes Forschungen parallel zu Untersuchungen der Ernährung in freier Wildbahn laufen, die derzeit auf dem Anwesen des "Australian Wildlife Conservancies" in Mornington, Westaustralien durchgeführt werden.

Gestatten Sie mir, Ihnen ein paar Eckpunkte von Dr. Prykes Ernährungsforschung darzulegen:

Es ist Dr. Prykes Überzeugung, dass die Ernährung vieler Prachtfinken von der Verfügbarkeit der Sämereien und nicht vom tatsächlichen Bedarf der Tiere abhängt. Eine Beobachtung, die man als Vogelzüchter wohl kaum in Frage stellen wird. Der Hauptgrund der Forschung ist die Analyse einiger physiologischer Parameter der Gouldamadine in den verschiedenen Stadien ihres Lebenszyklus. Diese geben dann Aufschluss über den individuellen Stresslevel, z.B. in der Wachstumsphase, während der Mauser oder im Rahmen der Zucht.

Sobald Dr. Pryke herausgefunden hat, wie diese Belastungen die Vögel beeinflusst, kann sie ermitteln, wie sich der Nährstoffbedarf der Tiere entsprechend verändert. Indem man den Vögeln gestattet, ihre Ernährung aus einem großen Angebot verschiedener Sämereien selbst zusammenzustellen, kann man den Bedarf an Nährstoffen (z.B.: Eiweiß, Kohlenhydrate, Vitamine oder Spurenelemente) in verschiedenen Zeiten der Belastung feststellen.

Während all der Untersuchungen werden die Vögel auch regelmäßig einer Reihe von physiologischen Tests unterzogen, um ihre Gesundheit zu kontrollieren - endlich ein ernsthafter Versuch ein Prachtfinkenfutter auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu entwickeln!

Diese Vorgehensweise sollte es Dr. Pryke erlauben, die optimale Kombination von Sämereien für die Ernährung der Gouldamadinen zu ermitteln und gleichzeitig eine Veränderung in den verschiedenen Lebensabschnitten der Tiere festzuhalten. Was uns Vogelzüchtern betrifft, so können wir unseren Vögeln auf Basis dieser Erkenntnisse eine ausgewogene Ernärung anbieten, die dem natürlichen Stress des täglichen Lebens der Gouldamadine gerecht wird.

Für die wildlebenden Gouldamadinen bedeutet dies, dass Zeiten von erhöter Belastung identifiziert werden können. Damit erfahren wir mehr über die möglichen Gründe des Bestandsrückganges und tragen hoffentlich dazu bei, die Bestände der wildlebenden Gouldamadinen zu alter Pracht wiederherzustellen.

Die wilden Gouldamadinen unter gemeinsamer Anstrengung von Forschung auf der einen und Vogelzucht auf der anderen Seite zu fördern ist unser gemeinsames Ziel.

Text von Marcus Pollard, Australien

Übersetzt von Joerg Landenberger, Deutschland

Dies ist wahrscheinlich unsere letzte Chance, etwas für die Gouldamadine in der freien Wildbahn zu tun!

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